Das Mediapulse Fernsehpanel von Kantar Media

Kantar Media hat in der Schweiz den Auftrag, die offiziellen TV-Einschaltquoten zu ermitteln. Eingebettet in einen Weltkonzern mit internationaler Erfahrung und langjähriger Expertise, arbeiten bei Kantar Media in der Schweiz rund 35 Mitarbeitende an dieser interessanten Aufgabe. Das von Kantar Media im Auftrag der Mediapulse betriebene Fernsehpanel beruht auf rund 2‘000 Panelhaushalten, welche repräsentativ über die ganze Schweiz verteilt sind.

Die Messung der TV-Einschaltquoten ist technisch komplex und benötigt spezialisierte Systeme. Für die Panelhaushalte und die einzelnen Mitglieder wird die Teilnahme am Messpanel aber so einfach wie möglich «Das von Kantar Media im Auftrag der Mediapulse betriebene Fernsehpanel beruht auf rund 2‘000 Panelhaushalten.»gestaltet. Das Messgerät, welches an jedem TV- Gerät installiert ist, zeichnet die Signaturen der Tonspur der betrachteten Sender auf und schickt sie nachts an Kantar Media, ohne dass die Panelisten dies bemerken. Wichtig ist die Mitarbeit der Haushaltsmitglieder aber beim An- bzw. Abmelden über die Fernbedienung. Denn nur wenn die An- und Abmeldung korrekt erfolgt, können die Einschaltquoten auf Personen- bzw. Zielgruppenebene ermittelt werden. Erfolgt keine Anmeldung, kann die Nutzung keiner Person im Haushalt zugeordnet werden und fällt in die Kategorie „uncovered viewing“.

Unter anderem um die Panelisten gezielt an diese Aufgabe zu erinnern, arbeiten bei Kantar Media insgesamt zehn Mitarbeitende im Panel-Management. Sie betreuen die Panel-Mitglieder zudem bei allen Fragen rund um die TV-Messung, führen Quality-Check-Anrufe durch, koordinieren die Technikerbesuche und rekrutieren sorgfältig neue Haushalte, um Abgänge aus dem Panel zu ersetzen. Anders als bei einem Call-Center, haben die Panel-Admin von Kantar Media keine anderen Aufgaben als die Betreuung des Mediapulse Fernsehpanels. So wird sichergestellt, dass sie ein umfassendes Wissen im Bereich der Fernsehmessung haben und die Haushalte jederzeit korrekt instruieren und beraten. Mit viel Engagement und Anstrengung konnte so beispielsweise das „uncovered viewing“ 2016 im Wochendurchschnitt auf unter 5% gesenkt werden, was als sehr guter Wert gilt.

Ausgefeilte Referenzierung mit internationalem Vorbildcharakter

In den Rechenzentren von Kantar Media werden die von den Messgeräten in den Haushalten aufgezeichneten Signaturen der Tonspuren mit denen der TV-Sender verglichen (sogenanntes Audiomatching-Verfahren). So kann die Nutzung aus den Panel-Haushalten den einzelnen Sendern zugeordnet und die Einschaltquoten «Mit viel Engagement und Anstrengung konnte das „uncovered viewing“ 2016 im Wochendurchschnitt auf unter 5% gesenkt werden.»berechnet werden. Voraussetzung für das Audiomatching ist, dass die TV-Sender bei Kantar Media referenziert werden, also ihre Tonspuren (Audiostreams) permanent und lückenlos aufgezeichnet werden. Ende 2016 wurden insgesamt 575 Audiostreams referenziert. Die hohe Anzahl aufgezeichneter Audiostreams resultiert auch daraus, dass nicht selten von einem Sender mehrere Audiostreams aufgezeichnet werden müssen, so etwa bei Sendern mit Mehrkanalton. Im Bereich der Referenzierung hat die von Kantar Media in der Schweiz realisierte Lösung auch innerhalb von Kantar Media Vorbildcharakter: 2014 wurde die Signalaufbereitung am Hauptreferenzierungs-Standort (Gümligen bei Bern) komplett neu aufgebaut. Die herkömmliche Methode der Referenzierung über Set-Top-Boxen wurde auf ein IP-Stream basiertes System umgestellt. 2015/2016 folgte die Umstellung in der „Backup Site“ in Bern Liebefeld. Durch diese Massnahmen ist es gelungen, die Qualität der Referenzierung deutlich zu verbessern.

Uncovered Viewing in Swiss TAM

Die Mediapulse Radioforschung von GfK Switzerland

GfK Switzerland zeichnet im Auftrag der Mediapulse in der Schweiz für die Radioforschung verantwortlich. Als Marktführer der Marktforschungsbranche vereint GfK die Kompetenz für die drei klassischen Sparten der Marktforschung: (Handels-)Panel-, Adhoc- und Medienanalysen. Wichtigster Pfeiler der GfK Medienforschung ist das Radioforschungs-Panel, welches GfK seit 2001 betreibt.

Ein eingespieltes Forschungsteam liefert zuverlässig repräsentativ erhobene Daten

2016, an der Schwelle zum Übergang zu einer neuen Ära der Radioforschung, lieferte das eingespielte Forschungsdispositiv zuverlässig die geforderten Daten. An jedem Tag waren rund 1‘000 Mediawatches im Feld, um den Radiokonsum der Schweizer Bevölkerung zu messen. Die Panelisten tragen die Messuhr zweimal im Jahr für jeweils eine Woche. Das bedeutet, dass jeden Tag 200 Uhren an Panelisten verschickt werden – dies nach einem strikten Quotenplan, der ein täglich repräsentatives Sample sicherstellt.

Gut 26‘000 Panelisten tragen so in einem Semester die Mediawatch, was zu einer sehr hohen Datengenauigkeit für den offiziellen Publikationszeitraum (von einem Semester) führt – wichtig für den geografisch sehr kleinräumigen Radiomarkt Schweiz. Als Messtechnologie wird wie in der Fernsehforschung das Audiomatching eingesetzt. Dafür werden die Programme von ca. 200 Radio- und TV-Sender aufgezeichnet. Das bedeutet in Zahlen:

  • 2016 erfolgten rund 52‘000 Versände, die zuverlässig ihre Empfänger erreicht haben.
  • Es wurden 34‘000 E-Mails verschickt sowie 72‘000 Telefonate mit Panelisten geführt, um Termine zu vereinbaren, wann genau die Mediawatch im Jahr getragen wird sowie um zu kontrollieren, ob die Mediawatch angekommen ist und nichts einem Tragen der Messuhr entgegen steht.
  • 6‘800 Panelisten mussten daran erinnert werden, die Uhr doch bitte zurückzuschicken.
  • 9‘900 Panelisten wurde Support über die GfK Radioforschungs-Hotline geleistet, respektive deren Fragen beantwortet. Dies ist sehr wichtig, damit jeden Tag die knapp 1‘000 Mediawatches des repräsentativen Samples unter Messung sind.
  • Täglich wurden 8‘000 Referenzfiles über die Sound-Sampling-Units (SSUs) aufgezeichnet, was sich in 6.2 TB Daten niederschlägt.

Die neue Radioforschung weckt hohe Erwartungen – welche GfK zu übertreffen gedenkt

Ab 2018 wird die aktuelle Radioforschung von einer rundum modernisierten Neuauflage des Messsystems abgelöst werden. Erneut wird wieder eine GfK-Mediawatch zum Einsatz kommen. Denn für eine möglichst vollumfängliche Messung der Radionutzung braucht es ein Device mit höchster Compliance, d.h. das mobile Messdevice muss sich immer in unmittelbarer Nähe des Panelisten befinden und muss wie ein menschliches Ohr mithören können. Dies funktioniert heute noch am besten und zuverlässigsten über eine spezielle Armbanduhr. Alternative Erhebungs-Devices wie z.B. Apps sind zwar sehr praktisch, da sie auf dem Smartphone simpel installiert werden können. Doch auch heute besitzen nicht alle potentiellen Panellisten ein Smartphone und zudem verfügen nicht alle Smartphones über genügend leistungsstarke Mikrofone. Hauptgrund für den Verzicht auf eine App-Messung ist jedoch ein Anderer: Panelisten führen ihre Smartphones nicht immer so mit sich, dass diese den Radiokonsum auch permanent zuverlässig messen können.

Ein rundum erneuertes Messsystem, verpackt in eine stylishe Uhr

Bei der neuen Mediawatch wurde vermehrt Wert auf ein attraktives Äusseres gelegt – in einer Zeit des Hedonismus und abnehmender Verwendung von Uhren ein Muss. Die Mediawatch 4 verfügt über ein nun sehr ansprechendes Design und steht in 3 Versionen (zwei analogen und einer digitalen) zur Verfügung. Sie kann beliebig lange getragen werden, wird über eine Dockingstation kabellos aufgeladen und sendet täglich über Nacht die aufgenommenen Audiosignale zur Weiterverarbeitung über GSM oder WiFi an die Zentrale.
Neu werden täglich 2‘400 Messuhren die Radionutzung in der Schweiz aufzeichnen. Um die Daten auf Monatsbasis noch stabiler zu halten und gleichzeitig eine möglichst hohe Datengenauigkeit zu erzielen, wurden verschiedene Trageperioden miteinander kombiniert: 60% der Panelisten werden die Mediawatch zweimal im Jahr für einen Monat, 10% für eine 3-Monats-Periode sowie 30% für ein halbes Jahr tragen.

Granularere Aufzeichnung, höhere Automatisierung und Einbezug aller Kanäle

Die neue Mediawatch verfügt über einen neuen Messalgorithmus, der die Radionutzung granularer als bisher aufzeichnet. Auch das Referenzierungssystem gehört einer ganz neuen Generation an. Neben einem bedeutend höheren Automatisierungsgrad kommen neu Sound-Sampling-Units zum Einsatz, die neben den klassischen Verbreitungsvektoren wie FM, DAB, DVB-C, DVB-S etc. auch IP-basierte und über Internet gestreamte Signale aufzeichnen und für die Verwendung in der Radioforschung bereitstellen können. Weiter sind die neuen Geräte auch in der Lage, auch mit verschlüsselten Inhalten umzugehen (offizielle Decodier-Karten natürlich vorausgesetzt).

www.swissradiopanel.ch

Herausgeber

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© Mediapulse, 31. Mai 2017

 
 
 

Impressum

Redaktion:
Franco Messerli, Christopher Wehrli

Übersetzung:
Hugo Chollet

Fotos:
Franco Messerli

Foto Franziska von Weissenfluh: Remo Eisner

Konzeption/Gestaltung:
Studio Daniel Steffen

Konzeption/Programming:
unlocked gmbh